Was kann das Tool
- Perspektiven frei festlegbar, Fragen aus einem Pool wählbar oder eigene Fragen definierbar
- Fokuspersonen und Bewerter:innen einzeln oder per Excel-Bulk-Import anlegen; Bewerter:innen erhalten einen eigenen Token-Link, kein Login nötig
- Mittelwert-Profil je Dimension mit Selbst-Fremdbild-Vergleich (Gap-Analyse)
- Gruppenbenchmark über alle Fokuspersonen eines Projekts
- Individueller Bericht je Fokusperson, als PDF exportierbar
Für wen geeignet
- Führungskräfte- und Talente-Entwicklungsprogramme
- HR/PE bei Development Centern und Nachfolgeplanung
- Coaches und Berater:innen als Grundlage für Einzel-Entwicklungsgespräche
Stärken
- Vollständigeres Bild aus mehreren Blickrichtungen statt nur der Selbsteinschätzung
- Selbst-Fremdbild-Diskrepanzen werden je Dimension konkret sichtbar, nicht nur pauschal
- Vier Einsatzvarianten (90° bis 360°) decken unterschiedliche Rollen, Ressourcen und Vertraulichkeitsanforderungen ab
- Anonyme Token-Links senken die Hürde für ehrliches Bewerter-Feedback
Grenzen – was es nicht kann
- Ein Feedback-Profil ist eine Momentaufnahme der Fremdwahrnehmung – kein objektives, allgemeingültiges Persönlichkeits- oder Leistungsurteil
- Die Aussagekraft sinkt mit der Zahl der Bewerter:innen je Rolle; bei sehr wenigen Rückmeldungen pro Perspektive wird die Einzelperson ggf. nicht anonym auswertbar und die Rolle wird zusammengeführt oder ausgeblendet
- Kompaktere Einsatzvarianten (90°/180°) liefern bewusst weniger Perspektiven als 360° – für eine vollständige Gap-Analyse sind sie kein gleichwertiger Ersatz
- Wie jede Selbstauskunft anfällig für Erwünschtheits-Effekte – zusätzlich bei Fremdeinschätzungen für Milde-Effekte (bewusst wohlwollendere Bewertung) und Politik-Effekte (Rücksicht auf die eigene Beziehung zur bewerteten Person)
- Kein klinisches Diagnoseinstrument; die Einordnung der Ergebnisse in ein Entwicklungsgespräch bleibt Aufgabe von Führungskraft, HR oder Coach
- Mitbestimmung & Beteiligung: Multi-Rater-Feedback kann mitbestimmungspflichtig sein, insbesondere bei Verhaltens- oder Leistungsbezug – Betriebsrat oder Personalvertretung frühzeitig einzubinden ist eine Praxis-Empfehlung, keine Rechtsberatung
Wissenschaftliche Fundierung
Multi-Rater- bzw. 360°-Feedback ist ein in der Führungskräfteentwicklung breit etabliertes Verfahren zur Erhebung von Selbst- und Fremdwahrnehmung aus mehreren Perspektiven. Die konkreten Kompetenzdimensionen des Fragebogens sind projektspezifisch konfigurierbar und keine standardisierte, normierte Testbatterie mit eigenen Gütekriterien. Die Mindestanzahl an Bewerter:innen je Perspektive liegt standardmäßig bei 5 (konfigurierbar) – darunter wird die Perspektive aus Anonymitätsgründen ausgeblendet. Detailliertes Methodenblatt auf Anfrage.
Die vier Einsatzvarianten
90°
90°-Feedback
Einsatzvariante mit nur einer Bewerterrolle: der direkten Führungskraft.
- Bewerterrolle: ausschließlich die direkte Führungskraft
- Minimaler Aufwand für einen schnellen, fokussierten Feedback-Impuls
- Eingestellt über die Perspektiven-Auswahl beim Projekt, keine separate Projektart
180°
180°-Feedback
Einsatzvariante mit zwei Bewerterrollen: Führungskraft und Peers.
- Bewerterrollen: Führungskraft und Peers (Kolleg:innen auf gleicher Ebene)
- Schlankerer Prozess für kürzere Entwicklungszyklen
- Weniger Aufwand bei Einladung und Rückmeldung als bei 270°/360°
270°
270°-Feedback
Einsatzvariante mit Führungskraft, Peers und Selbstbild – ohne Mitarbeitende.
- Bewerterrollen: Führungskraft, Peers und die eigene Selbsteinschätzung
- Geeignet, wenn keine direkt unterstellten Mitarbeitenden einbezogen werden sollen oder können
- Gleiche Auswertungslogik wie der 360°-Führungscheck
360°
360°-Führungscheck
Alle Perspektiven, optional erweitert um Kund:innen oder Lieferant:innen.
- Bewerterrollen: Selbst, Führungskraft, Peers und Mitarbeitende – optional zusätzlich Kund:innen oder Lieferant:innen
- Vollständiges Bild aus allen Blickrichtungen einer Rolle
- Selbst-Fremdbild-Diskrepanzen je Dimension sichtbar, Benchmark über alle Fokuspersonen eines Projekts
Auswertung im Tool
Eine KI-gestützte Interpretation (Anthropic Claude, mit Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO) kann Gesamteindruck, Stärken und Selbst-Fremdbild-Diskrepanzen zusätzlich in Textform zusammenfassen.